“Aber wärest du mit mir in Utopien gewesen und hättest mit eigenen Augen die dortigen Sitten und Einrichtungen gesehen wie ich, dann würdest du ohne weiteres zugeben, nirgends anderswo ein wohl regierteres Volk gesehen zu haben außer dort.” - so beschreibt Thomas Morus 1516 in dem Buch “Utopia” seine Vision eines idealen Staates. Wenn man Sie fragen würde, was für Utopien in der heutigen Zeit relevant sind, was würden Sie antworten? Oder sind wir im Moment mit unserer Lebenssituation so zufrieden oder so ernüchtert, dass wir aufgehört haben von einer besseren Gesellschaft zu träumen? Das zumindest behaupten Stimmen, die nach dem Zusammenbruch des Sozialismus auch das Ende der politischen Utopie postulierten. Der Utopieforscher Richard Saage setzt dem entgegen, dass Utopien sich zwangsläufig dann entwickeln, wenn die gegenwärtige Gesellschaftsform unseren Ansprüchen nicht mehr genügt.
Die Sendung” Utopie und Dystopie - Wunschräume am Ende unseres Horizonts” beschäftigt sich mit der Frage, wie diese sich im Verlaufe gesellschaftlicher Entwicklungen verändern und wir erfahren ihr Verhältnis zur jeweiligen Gegenwart, in der sie entstanden sind. Von ihren utopischen Wunschräumen erzählen unter anderen Platon, Thomas Morus, Denis Diderot, Charles Fourier, Ernst Bloch, Aldous Huxley und Ernest Callenbach, neben literarischen und philosophischen Positionen stellen sich utopische Visionen in Film, Kunst und Musik vor mit der Frage, wo heute utopische Potentiale liegen.
Erstausstrahlungen: 09.08. 2008 WDR3.pm
Sprecher: Karin Buchali, Martin Bross, Johannes B. Harth, Silke Linderhaus,
Claudia Mischke, Bodo Primus, Ernst-August Schepmann
Ton und Technik: Alexander Hardt
Text und Regie: Moritz Fehr und Mareike Maage
Redaktion: Gabriele Faust
Produzierende Sender: WDR3
Länge: 175 min